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Gelnhäuser-Tageblatt
vom 22.01.2003
Mit grünen Ideen zu schwarzen Zahlen
Grüne Bundestagsabgeordnete Claudia Roth war am
21.01.2003 im Vogelsberg unterwegs...
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Frank Schäfer
VOGELSBERG. "Vor 21 Jahren tourte ich schon mal durch das Hessenland",
erinnerte sich gestern Claudia Roth bei ihrem Besuch im Vogelsberg.
Damals war sie allerdings noch Managerin der deutschen Rockgruppe
"Ton Steine Scherben". Nun ist die gebürtige Schwäbin zurück
gekehrt, allerdings als eine der bekanntesten
Vertreterinnen der Grünen, für die sie einst im
Landtagswahlkampf mit Rio Reiser und Co. warb. Zusammen
mit dem Grünen-Landtagskandidaten Udo Rutkowski aus Birstein, Dr. Hans-Otto
Wack von der Schutzgemeinschaft Vogelsberg und Ferdinand Junius vom
Brachttaler Arbeitskreis Trinkwasser besichtigte die ehemalige Bundesvorsitzende
und heutige Bundestagsabgeordnete die Firma Wisy AG in Hitzkirchen,
die sich auf Filtersysteme für Regenwasser-Nutzungsanlagen spezialisiert
hat. Diese Firma mit ihren 50 Beschäftigten hat sich zu einem grünen
Vorzeigeobjekt entwickelt, zu einem Beispiel, wie sich Ökologie und
Ökonomie unter einen Hut bringen lassen, wie Technik, die
dem Schutz des Grundwassers und dem Schutz vor
Hochwasser dient, ökonomischen Nutzen mit sich
bringt, weil ihre Herstellung Arbeitsplätze schafft. "Mit grünen
Ideen kann man schwarze Zahlen schreiben",
lobte Claudia Roth.
Der Firmengründer, Norbert Winkler, kann seine von ihm
entwickelten Systeme inzwischen in ganz Deutschland
und dem europäischen Ausland verkaufen. Norbert
Winkler begrüßte gestern die Initiative der Grünen, die hessische
Grundwasserabgabe, die von der jetzigen Landesregierung abgeschafft
wurde, zu einer Gewässerschutz-Abgabe weiter zu entwickeln. Ziel
soll es sein, Maßnahmen des Gewässerschutzes und weitere Umweltaktivitäten
zu finanzieren. Schwerpunkte sind die Qualität der Gewässer,
der Grundwasserschutz und Schutz vor Hochwasser.
Claudia Roth erinnerte sich in ihrem Vortrag vor
versammelter Belegschaft, dass der Gründungsgedanke
der Grünen Partei gewesen sei: "Wir haben die
Erde von unseren Kindern nur geborgt." Das sei eine Umschreibung
für nachhaltiges Wirtschaften. Auch die
Hochwasserkatastrophen kämen dadurch zustande, dass
die Menschen in die Natur eingegriffen hätten. Ziel der
internationalen Politik müsse es sein, das Grundwasser zu schützen und
aus Respekt vor natürlichen Ressourcen anders zu
wirtschaften. Genau um diese Ressourcen würden die
zukünftigen Kriege geführt. Und damit kam Claudia
Roth auf die aktuelle Krise zu sprechen. "Es gibt nicht die geringste
Rechtfertigung, jetzt einen Krieg gegen Irak zu beginnen." Deswegen
sei die Bundesregierung nicht anti-amerikanisch. "Wir unterstützen
die Menschen in den USA, die gegen den Krieg sind. So viele
Demonstranten wie am letzten Wochenende sind in den
USA seit dem Vietnamkrieg nicht mehr auf die Straße
gegangen."
Die ökologische Erneuerung werde weiter gehen, bekräftigte die Grüne
Bundespolitikerin. Im Bereich der regenerativen Energien
seien hunderttausende Arbeitsplätze geschaffen
worden, hier böten sich neue Export-Möglichkeiten.
Bei der Kindererziehung und -betreuung, der Bildung, der
ökologischen Erneuerung und Mittelstandsförderung werde es keinen
Sparkurs geben. |
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