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Haustechnik
mit der Natur









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WISY AG. Alle Rechte
vorbehalten. 31.05.2010
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Die Waschanlage der Hohenzollerischen Landesbahn
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Ideen sind gefragt für den erfolgreichen Betrieb einer Privatbahn
ebenso wie für den richtigen Umgang mit Regenwasser! Die Hohenzollerische Landesbahn AG baut Abstell- und
Instandhaltungsgebäude neu. Das dort anfallende Regenwasser nutzt sie in einer Waschanlage mit Wasserrückgewinnung. Trinkwasser wird gespart, Regenwasserabfluss vermieden. |
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Im Südosten Baden-Württembergs werden täglich vier Bahnstrecken und zahlreiche Buslinien bedient. Für die Schienenfahrzeuge wurde in Gammertingen auf der Schwäbischen Alb neu gebaut. Dazu sind vorhandene alte Gebäude
abgebrochen und durch einen Neubau, der sich auch über die bisherige Freiabstellfläche erstreckt, ersetzt worden.
Die Hohenzollerische Landesbahn hatte auf ihrem Betriebsgelände bereits eine eigene Waschanlage zur regelmäßigen Reinigung der Triebwagen in Betrieb. Nun kann ein Großteil des benötigten
Waschwassers als kostenloses Regenwasser bereitgestellt werden. Von den Dachflächen, die mit Blech gedeckt sind, fließt es über einen Filterschacht dem Speicher zu. Von dort aus wird automatisch die nötige Wassermenge in die
Waschwasseraufbereitung gepumpt.
Die Filteranlage
Kernstück der Anlage ist ein Wirbelfeinfilter DN 300, in einem unterirdischen Schacht aus
Betonfertigteilen DN 1500 eingebaut und so jederzeit gut zugänglich für die regelmäßige Überprüfung und Reinigung. Für länger dauernde Revisionsarbeiten an Filter oder Speicher wurde eine
Umgehungsleitung verlegt.
Eine starre Befestigung im Schacht würde durch die Kräfte stark beansprucht, die auf den
exzentrischen Zulaufstutzen des Filters wirken, wenn mehrere tausend Quadratmeter Dachfläche bei einem Jahrhundertregen entwässern. Die Idee der Fachingenieure war, den Filter im Betonschacht in einem Sandbett zu verbauen. Oberer Abschluss ist eine gebundene, leicht demontierbare Betondecke.
Der Filterabgang „gereinigtes Regenwasser“ führt in die nebenliegende
Regenwasserzisterne, |
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Lageplan der Ab-
stell- und Instandhal-
tungsanlage für
Triebwagen in Gam-
mertingen. Sammel-
flächen für Regen-
wasser sind die
Dächer der erstellten
Bauteile FB 1 - FB 3
Zeichnungen:
Sütterlin + Partner |
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der Filterabgang „schmutziges Regenwasser“ in den Mischwasserkanal. Zur Vorsorge ist am Filterschacht ein Notüberlauf angeordnet, falls Verstopfungen oder sonstige Behinderungen einen unvorhergesehenen Rückstau im Filter verursachen.
Die Regenwasserzisterne
Die Vorgabe des Nutzers ist, dass für 4 bis 6 Wochen Regenwasser zur Verfügung stehen soll. Daraus errechnet sich das
Nutzungsvolumen für die Zisterne von 80 m3.
Zu- und Ablauf liegen auf gleicher Höhe diagonal zueinander versetzt, um eine gute Durchströmung bei vollem Speicher zu gewährleisten. Die Zulaufberuhigung durch Umlenken des Zustroms nach oben
verhindert, dass Sediment aufgewirbelt wird.
Eine Entlüftungsöffnung im Zulauf ermöglicht, dass die eingeschwemmten Luftpolster
entweichen können. Die Höhendifferenz zwischen Überlauf und
Mischwasserkanal ist ausreichend, sodass kein Rückstau in die Zisterne
erfolgt. Das Regenwasser wird über eine Unterwasser-Motorpumpe in die Waschanlage befördert, sobald deren Vorlagebehälter Bedarf meldet. Der Pumpensumpf am Zisternenboden hat eine seitliche Aufkantung von 10cm, damit
Sediment vom Zisternenboden nicht angesaugt wird. Sinkt der Wasserstand auf Minimalhöhe ab, wird Trinkwasser in den Vorlagebehälter im Gebäude nachgespeist und zusätzlich, die
Unterwasser-Motorpumpe über die Anlagensteuerung vor Trockenlauf geschützt.
Die Pumpe kann zu Revisionszwecken bei beliebigem Wasserstand herausgenommen werden. Nach Entleeren zur Reinigung und Revision ist die Zisterne über eine Edelstahlleiter begehbar. Der Zugang liegt außerhalb des Gebäudes, um dessen Innenraum nicht zu beschmutzen. Für
Einbauteile innerhalb der Regenwasserzisterne wurde nur Kunststoff oder Edelstahl verwendet, um Korrosion auszuschließen. |
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WISY WFF 300
als zentraler
Filter im Spei-
cherzulauf, be-
fahrbar mir Fahr-
zeugen bis zu 60
Tonnen |
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Für die Abrechnung der
Abwassergebühren ist in der Pumpendruckleitung ein Wasserzähler eingebaut. Das ist nur erforderlich, wenn die Waschwasseraufbereitung nach alter Bauart, wie hier seit vielen Jahren bereits vorhanden, einen ständigen Austausch von Wasser im Aufbereitungsprozess benötigt. Neue Anlagen arbeiten
abwasserfrei, das heißt, 100 Prozent des genutzten Waschwassers werden auf bereitet; nur der mitgeführte Schmutz wird dabei als
getrockneter Schlamm abgesondert. Schmutzwassergebühren für genutztes Regenwasser fallen dann nicht an.
Das Besondere
Die Statiker haben bei den vorhandenen schlechten Bodenverhältnissen für den Neubauteil eine teure Gründung mit Bohrpfählen gefordert. Alternativ war eine Unterkellerung möglich. Der dabei entstehende Raum konnte zu den Konstruktionskosten gerechnet und als Zisterne genutzt werden. Die tatsächlichen Mehrkosten für die Regenwassernutzung sind damit deutlich gesunken Lind begünstigen eine schnelle Amortisation der Anlage.
Das Rezept zum Erfolg der Hohenzollerischen Landesbahn AG enthält eine gesunde Mischung aus kundenfreundlichen Angeboten, ökologischer Technik,
nostalgischer Freizeitgestaltung und modernem Marketing. Auf den Internetseiten
www.rail-and-relax.de oder
www.hzl-online.de findet man Angebote wie: „Rent A Train. Für Gruppen und
Festgesellschaften können nostalgische Schienenbusse gemietet werden, um die Schönheiten und
Sehenswürdigkeiten der Schwäbischen Alb auf umweltfreundliche und nicht alltägliche Art zu 'erfahren'. An allen Sonn- und Feiertagen im Sommerhalbjahr erschließt der ‚Rad-Wander-Shuttle' der
Hohenzollerischen Landesbahn von Tübingen aus romantische, unberührte Wald- und
Wiesenlandschaften. Außerdem veranstalten die Eisenbahnfreunde Zollernbahn jeden Dienstag im August
Sonderfahrten mit Dampfzügen zwischen Hechingen und Münsingen...“
Dipl Ing. Klaus W. König
Beratender Ingenieur (EUR ING FEAN)
und freier Architekt, Überlingen |
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