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Haustechnik
mit der Natur









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WISY AG. Alle Rechte
vorbehalten. 31.05.2010
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Inhalt
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Vorbemerkung
Obwohl es sich bei der Regenwassernutzung
um eine sehr junge Gebäudetechnik handelt, gehört sie, unter Einhaltung
eines mittlerweile absicherbaren technischen Mindeststandards, zunehmend
zur modernen Wohngebäudeausrüstung. Sie besitzt damit als ökologisch
sinnvolle und notwendige Technik eine wachsende wirtschaftliche Bedeutung
und schafft Arbeitsplätze. Sowohl Fachfirmen als auch Häusle-Selberbauer
installieren mittlerweile Anlagen, die je nach Qualität von Planung und
Material recht unterschiedlich ausfallen. Der folgende Beitrag soll daher
für Planung, Beschaffung und Installation eine Hilfestellung geben.

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Regenwasserqualität und Einsatzbereiche
Die bisher bekannten Untersuchungen von Regenwasser
haben ergeben, daß die Qualität des Regenwassers im Anwendungsbereich
mit der des evtl. verschmutzten Dachablaufwasser nur wenig zu tun haben
muss. Im Gegenteil: Das z. B. einer Waschmaschine zugeführte Wasser kann
bei einer entsprechend qualifiziert ausgeführten Anlage dauerhaft die
europäischen Grenzwerte für Badegewässer einhalten. Das Wasser ist dann
klar, geruch- und farblos und frei von Feststoffen; der
Waschmaschinenbetrieb mit Regenwasser ist zu empfehlen. Voraussetzung dafür
ist die Einhaltung eines bestimmten technischen Mindeststandards; werden
dagegen Fehler bei der Planung, Bauteileauswahl oder Ausführung gemacht,
kommt es u. U. zu einer drastischen Qualitätsverschlechterung, die sich
recht schnell durch Geruchsentwicklung bemerkbar macht. Wie bei anderen
Gebäudetechniken auch (z. B. Heizung) ist eine solide Technik für einen
störungsfreien und wartungs- (und damit kosten-) armen Anlagenbetrieb
unabdingbar. Der Einsatz von Regenwasser über Nutzungsanlagen kommt in
Wohngebäuden nur für folgende Bereiche in Betracht: WC-Spülung,
Waschmaschine, Putzen und Reinigen, Garten- und sonstige Bewässerungen. Für
eine reine Gartenbewässerung sollte aus wirtschaftlichen Gründen keine
komplette Regenwasseranlage gebaut werden; einige Regentonnen für die
Sommermonate reichen vollkommen aus.

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Technik der Regenwassernutzung
Gesamtanlage
Wie andere Gebäudetechniken auch (z. B.
Heizung, die vom technischen Anspruch her der Brauchwasserversorgung
gleichzusetzen ist) befindet sich die Regenwassernutzung in einer
dauerhaften Weiterentwicklung. Trotzdem läßt sich heute schon ein
erforderlicher technischer Mindeststandard realisieren, der sich aus der
Praxis der letzten Jahre ergeben hat. Sowohl bei Neubauten als auch bei
nachträglichen Installationen sollten folgende Prinzipien berücksichtigt
werden:
-
Nutzung von Ablaufwasser nur von
geeigneten Dachflächen
-
Kein Anschluss sonstiger
versiegelter Flächen wie Balkone, Terrassen oder Hofflächen
wegen möglicher massiver Verschmutzung
-
Gestaltung der Ableitungssysteme gemäß
DIN 1986 (Gewährleistung der Gebäudeentwässerung auch bei
Störfällen in der Anlage, keine Querschnittsverengungen, Entlüftung
der Abwasseranlage), Verhinderung von Wasser- und Schmutzablagerungen
-
Feinfilterung des Wassers vor dem
Speicher
-
Gewährleistung der Funktionstüchtigkeit
der 2. und 3. Reinigungsstufe im Speicher
-
Sicherung des Speichers gegen
Fremdwasser-/ Fremdschmutzeintrag und Wasseraustritt (besonders bei
Speichern im Gebäude übernehmen Hausratsversicherungen bei Wasserschäden
oft keine Schadensregelung)
-
kurze und möglichst gerade
Leitungsführungen
-
Verwendung korrosionsbeständiger
Materialien und hochwertiger, langlebiger Bauteile
-
Ausschluss von Licht, von
Sauerstoffmangel und von Dauertemperaturen über 18° C
-
Strikte Trennung von Trink- und
Brauchwassersystem (DIN 1988); durchgängige Kennzeichnung aller
Anlagenteile als "Kein Trinkwasser" und Sicherung derselben
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Dachflächen
Extrem schmutzbelastete Dächer (Taubenschlag, regelmäßig
starke Staubentwicklung in unmittelbarer Umgebung, z. B. Zementwerk)
sollten nicht genutzt werden. Bis auf einige Ausnahmen sind alle
Dachmaterialien für das Auffangen von Regenwasser geeignet. Nicht bzw.
beschränkt geeignet sind:
-
Gras- oder Sedumdächer (Ablaufwasser gefärbt, nur für
Gartenbewässerung)
-
verwitterte Asbestzementdächer (stellen auch ohne
Regenwassernutzung durch den hohen Faserabtrag eine Art von fahrlässiger Körperverletzung
dar und sollten saniert werden)
-
Dächer mit frischer Bitumenbeschichtung oder
dauerhaft elastischer Bitumenpappe (Anschluss der Waschmaschine erst
nach Ende der Farbstoffabgabe an das Ablaufwasser)
-
Metalldächer außer Edelstahl, Dächer mit großen
Metallanteilen (ungeeignet für die Nutzgartenbewässerung,
Anreicherung von Metallionen im Boden)
Verunreinigungen und Pfützenbildungen in Dachrinnen
oder dem übrigen Ableitungssystem können zur unerwünschten Schmutz- und
Algenbildung führen. Je nach Dachneigung und Dachbelag werden
unterschiedlich große Niederschlagsanteile verdunstet oder zurückgehalten
(z. B. Pfützenbildung bei Flachdächern). Grundsätzlich sollten alle
geeigneten Dachflächen an die Anlage angeschlossen werden. Überschusswasser
sollte, wo möglich, versickert werden. |
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Filterung
Generell sollte das Dachablaufwasser vor dem Eintritt in
den Speicher feingefiltert werden (Orientierungsgröße: Maschenweite <
0,2 mm). Auf weitere Feinfilter nach dem Speicher sollte sowohl saug- als
auch druckseitig grundsätzlich verzichtet werden, da diese unnötig sind,
durch Strömungswiderstände oft die Lebensdauer der Pumpe stark verkürzen
und durch Bakterienwachstum am Filtereinsatz zu regelrechten
Keimschleudern werden können.
Anforderungen an Filtersysteme:
-
Zuverlässiges Entfernen von groben und von kleinen
Partikeln aus dem Dachablaufwasser
-
Dauerhaft gute Filterwirkung mit geringen
Wasserverlusten
-
Austrocknen nach Regenereignissen
-
Kein Zusetzen, kein Verkeimen, kein Verpilzen, kein
Veralgen
-
Sicherstellen der Gebäudeentwässerung nach DIN 1986
auch bei Zusetzen des Filters oder Absperren des Speicherzulaufes
-
Gute Zugänglichkeit, einfache Reinigung ohne
Folgekosten, Wartungsarmut
Viele für Regenwasseranlagen angebotene Filtersysteme
erfüllen diese Kriterien nicht, da sie den ausgefilterten Schmutz
festhalten, zu einer Wassersperrschicht anreichern und zuwachsen (z. B.
Sand/Kies-Filter, Mattenfilter, Gewebefilter u. ä.). Sie erfordern, um
große Wasserverluste zu vermeiden, eine intensive Wartungsarbeit. Ideal
sind hingegen Filtersysteme, die sich weitgehend selbst reinigen
(Filtersammler, Wirbelfeinfilter). |
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Speicher
Regenwasserspeicher dienen sowohl der Bevorratung als
auch der Reinigung des Niederschlagswassers. Dabei ist die
Reinigungsleistung unmittelbar von der Wasserführung im Speicher (Zulauf,
Überlauf, Ansaugen) abhängig. Dies gilt sowohl für Speicher im Außen-
als auch im Kellerbereich.
Anforderungen an Regenwasserspeicher:
-
Volumenbemessung nach Dachflächengröße (nicht zu
groß, je nach Niederschlagsgebiet ca. 1 m3 pro 25-40 m2
Fläche)
-
Erfüllen der Vorgaben nach DIN 1986 (Sicherung der
Gebäudeentwässerung)
-
Dauerhafte Wasser- und Lichtdichtigkeit,
Lagertemperatur dauerhaft unter 18° C, Frostsicherheit
-
Formstabilität, Sicherung gegen Setzrisse und
Aufschwimmen, Langlebigkeit
-
Neutralisationsfunktion für sauren Regen, gute
Sauerstoffverteilung im Wasser
-
Beruhigter Zulauf von Regen- und Trinkwasser.
Beruhigtes schwimmendes Ansaugen (zur dauerhaften Sedimentation aller
Stoffe am Boden, die schwerer als Wasser sind)
-
Selbsttätige Entfernung aller Stoffe, die leichter
als Wasser sind und aufschwimmen (nicht zu großer Speicher, richtig
gebauter Überlauf)
-
Sicherung des ausreichend großen Überlaufes gegen
Fremdwasser/Rückstau, Kanalgase und Tiere
-
Dichten von Deckeln und Wänden gegen
Schmutzpartikel, Fremdwasser, Kanalgase und Tiere
-
Gute Zugänglichkeit, einfache Reinigung ohne
Zusatzkosten, Wartungsarmut
Diese Anforderungen werden in der Praxis am besten von
Betonzisternen aus einem Guss erfüllt. Andere Speicherarten erfordern in
der Regel zur Erreichung dieses Standards höhere Aufwendungen. Oftmals
lassen sich auch alte Klärgruben u. ä. zu Regenwasserspeichern umrüsten.
Erdzisternen sind, wo realisierbar, Kellertanks grundsätzlich
vorzuziehen. Zur Sicherung gegen den Rückstau aus dem Kanal ist es
sinnvoll, die überlaufende Regenwassermenge im Gelände zu versickern;
ein Kanalanschluß entfällt in diesem Fall. |
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Pumpen/Hauswasserwerke, Druckerhöhung
Je nach Anlage kommen unterschiedliche Pumpentypen zum
Einsatz. In den meisten Fällen eignen sich mehrstufige Tauchmotorpumpen
(Vorteil: keine störanfällige Saugseite) oder selbstansaugende,
mehrstufige Kreiselpumpen jeweils mit Druckautomatik. Durch die Wahl von
bedarfsangepassten Ein- und Ausschaltdrücken werden Pumpe und
Leitungssystem geschont. Auf jeden Fall sollten hochwertige Produkte
verwendet werden; vor Billigangeboten wird ausdrücklich gewarnt.
Anforderungen an eine Pumpe/Hauswasserwerk:
-
Bedarfsangepasste Leistungsauslegung (s.
Pumpenkennlinien in Verbindung mit den Anforderungen des jeweiligen
Bauvorhabens), geringe Leistungsaufnahme
-
Hoher Wirkungsgrad (kleiner Spalt zwischen Pumpengehäuse
und Laufrad)
-
Durchgängige Verwendung hochwertiger,
korrosionsfreier Materialien
-
Langlebigkeit (Verschleißarme Mechanik, hochwertige
Lager, Reparaturfreundlichkeit)
-
Möglichkeit des Betriebes mit unterschiedlichen
Druck- und Anlagensteuerungen; Betrieb ohne Membrandruckgefäße im
Nebenstrom
-
Ruhiger Lauf, geringe Geräuschentwicklung (besonders
geeignet: mehrstufige Pumpen) und geräuschgedämmte Aufstellung mit
flexiblen Anschlüssen an das Leitungsnetz
-
Pumpengerechte Aufstellung und Installation;
Sicherung gegen Trockenlauf an der Pumpe
-
Keine größeren wassergefüllten Hohlräume mit
Sauerstoffmangel, z. B. mit der Pumpe verbundene Druckmembrangefäße
im Nebenstrom
-
Bei Saugpumpen: möglichst geringe Saughöhe mit
kurzer, luftdichter Saugleitung, schwimmen- des Ansaugen
-
Bei Tauchmotorpumpen: schwimmendes Ansaugen
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Trinkwassernachspeisung
Wenn in langen Trocken- und Frostperioden der
Regenwasservorrat nicht ausreicht, muss zur Gewährleistung der
Betriebsbereitschaft Trinkwasser in die Anlage eingespeist werden. Unter
der Vorgabe der strikten Trennung von Brauch- und Trinkwassersystem darf
dies gemäß DIN 1988 nur durch einen freien Auslauf geschehen. Das Rohrende
des Trinkwassersystems muss sich dabei mindestens 2 cm oberhalb der Kante
des Einlauftrichters ins Regenwassersystem befinden, wobei auf eine rückstaufreie
Leitungsführung im drucklosen Teil zu achten ist. Der Einsatz eines DIN-
gemäßen Trinkwassernachspeisemoduls oder eines Rohrunterbrechers Bauart
A1 ist ebenfalls möglich. Grundsätzlich sollte sich der freie Auslauf
oberhalb der Rückstauebene, nie aber im Speicher selbst befinden. Es
empfiehlt sich, die Nachspeisung über einen Sensor und ein Magnetventil
(mit Schmutzfänger) automatisch zu steuern und das Nachspeisevolumen auf
1/2 Tagesbedarf zu begrenzen. |
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Anlagensteuerung
Unter der Maßgabe, dass Regenwasseranlagen
betriebssicher und bedienerfreundlich sein sollen, empfiehlt sich der
Einbau einer automatischen Anlagensteuerung. Sie sollte immer den Schutz
der Pumpe vor Trockenlauf/Luftzutritt und die Nachspeisung von Trinkwasser
bei Regenwassermangel regeln. Zu empfehlen ist zusätzlich eine optische Füllstandskontrolle.
Anforderungen an eine Anlagensteuerung:
-
Hohe Schaltfestigkeit, dauerhafte und wartungsarme
Funktion, geringe Ruheströme
-
Arbeit der wasserkontaktierenden Teile im
Schwachstrombereich, kurze Schaltwege
-
Optimale Nutzung des Speichervolumens; geringes, aber
ausreichendes Sedimentationsvolumen bei Einstellung des
Trockenlaufschutzes
-
Bedarfsgerechte minimale Trinkwassernachspeisung (1/2
Tagesbedarf)
-
Verwendung korrosionsfreier, umweltfreundlicher
Materialien (auch bei Befestigungselementen)
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Sicherheitseinrichtungen
Je nach Anlagenart und Gebäudetyp müssen folgende
Sicherheitseinrichtungen installiert werden:
-
Durchgängige Kennzeichnung aller Anlagenteile, besonders
der Verbrauchsstellen, als "Kein Trinkwasser"
-
Entsprechendes Hinweisschild auf die Regenwasseranlage
am Haupthahn der Trinkwasserversorgung
-
Wärme-/Schwitzwasserisolierung der Leitungen bei
Schachtverlegung
-
Entleerungsventil am tiefsten Punkt des Drucksystems
-
Sicherungseinrichtungen für Zapfstellen gegen
unbefugtes Benutzen.
-
Optische/Akustische Störfallanzeige
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Wartung
Grundsätzlich ist jede Anlage zur Gewährleistung der
dauerhaften Betriebssicherheit in bestimmten Intervallen zu warten. Bei
einer guten Anlage sollten mechanisch belastete Teile wie die Pumpe oder
das Magnetventil 2 – 4 mal jährlich, wartungsextensive Teile wie
Filtersammler oder Speicher 2 mal jährlich kontrolliert und gewartet
werden. In der Praxis zeigt sich, dass Wartungsintensive Bauteile (z. B.
Kies-/Sand-Filter, Mattenfilter, Gewebefeinfilter, Druckmembrangefäße im
Nebenstrom an den Pumpen, Billigpumpen, korrodierende Bauteile) sowie
Planungs- und Installationsfehler (zu große Speicher, Kontergefälle der
Dachrinne, Magnetventile oder Schmutzfänger u. a.) die Wartungsfrequenz
und die Folgekosten deutlich erhöhen. Werden viele wartungsintensive
Teile eingebaut, wird im Extremfall die Anlage zur Beschäftigungstherapie
und zum Folgekostengrab, nicht aber zu einer sinn- vollen Gebäudetechnik.

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Planung und Bau
Grundsätzlich sind Regenwassernutzungs- anlagen in
jedem Gebäude installierbar. Ausnahmen ergeben sich bei Gebäuden, die
keinen geeigneten Platz für den Speicher oder keine geeigneten Dachflächen
haben oder nicht gegenüber einem Kanalrückstau abgesichert werden können.
In jedem Fall ist für eine Regenwasseranlage eine
individuelle Planung erforderlich; auch bei Einfamilienhäusern erspart
eine gute Vorplanung u. U. enorme Folgekosten und Folgeärger.
Grundlagen der Planung sind die oben beschriebenen
technischen Mindeststandards und die auffangbaren Wassermengen. Diese
ergeben sich aus der folgenden Formel:
Dachfläche (Projektionsfläche in m2) x 0,75 (Abflussbeiwert für
geneigte Ziegeldächer) x m Niederschlag/Jahr = Regenwasserertrag in m3/Jahr.
Vom so errechneten Ertrag können im Durchschnitt ca.
85% - 90% des Regenwassers genutzt werden; der Rest ist als
anlageninterner Verbrauch (z. B. Spülung der Filter) für die Versorgung
nicht verfügbar. Befindet sich vor dem Speicher allerdings ein schlecht
gewarteter Topffilter, ist im Extremfall mit einem Wasserertrag von
lediglich 20% zu rechnen.
Die Speichergröße, orientiert an der verfügbaren
Dachfläche, berechnet sich aus:
Regenwasserertrag/Jahr in m3x
Ladebeiwert (0,05) = Speichergröße in m3
Als Faustformel ergibt sich je nach Niederschlagsgebiet
ca. 1m3 Speichervolumen pro 25 – 40 m2 Dachfläche.
Gewarnt sei vor zu großen Speichern: da diese zu selten überlaufen, kann
dadurch die Schwimmschicht nicht abgeschwemmt werden, in der Folge fault
das Wasser und muss dann verworfen werden. Im übrigen zeigt die Praxis,
dass auch mit einem eigentlich knapp dimensionierten Speicher noch ein
verblüffend hoher wirtschaftlicher Nutzen erzielbar ist.
Sorgfalt ist bei der Auftragsvergabe an Fachfirmen
gefragt. Da die Regenwassernutzung noch eine junge Gebäudetechnik ist,
haben viele ausführende Firmen nur wenig Erfahrung bei der Installierung
von Regenwasseranlagen. Vor Auftragsvergabe sollte man sich von den
Anbietern entweder eine entsprechende Qualifikation (erfolgreich
absolvierter Schulungskurs) oder schon einwandfrei gebaute Anlagen
nachweisen lassen.

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Kosten, Wirtschaftlichkeit und Zuschüsse
Für kleinere Regenwassernutzungsanlagen (bis zu 2 – 4
Familienhäusern gibt es mittlerweile durchschnittlich ermittelbare
Marktpreise. Sie liegen für Anlagen mit Außenspeicher bei einem
Orientierungs- wert von ca. 10.000,–, für Anlagen mit Innentanks bei
ca. 7.000,– DM. Die Preise beinhalten die komplette Installation und
liegen für nachträgliche Einbauten i. d. R. nicht höher als für
Neubauten. Sie können für Einzelobjekte durch Eigenleistungen der
Betreiber (gerade bei Nachrüstungen) oder Unterschiede in der Bausubstanz
stark von den Durchschnittspreisen abweichen.
In jedem Fall empfiehlt sich das Einholen von
Vergleichsangeboten. So wurden bei einem UBS- Markttest für das Setzen
einer Zisterne Preisunterschiede von über 100%, für das Installieren
einer kompletten Zisternenanlage gar über 130% ermittelt. Der dauerhafte
wirtschaftliche und ökologische Nutzen einer Regenwasseranlage ergibt
sich vor allem aus ihrer Betriebsdauer. Gute Anlagen lassen sich bei
hochwertigen Bauteilen mit geringen Betriebskosten (Stromkosten für
Pumpenbetrieb) langfristig problemlos betreiben. Bei ihnen wird der
Zeitpunkt, zu dem der Brauchwasserpreis pro m3 kleiner wird als
die Wassergebühren (DM/m3) = Beginn der "wirtschaftlichen
Gewinnzone", nach 5 – 12 Jahren erreicht.
Die Endkosten einer Anlage werden teilweise von
einzelnen Kommunen bzw. Bundesländern auf Antrag bezuschusst. Dabei gehen
immer mehr Kommunen dazu über, die Anlagen-Betreiber auch bei der
Berechnung von Abwassergebühren gerechterweise gegenüber Gebäuden ohne
Regenwasser-Nutzung zu begünstigen. Schließlich entlasten
Regenwasseranlagen die Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung und
stellen einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt dar. |
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Dr. Hans-Otto Wack:
Jahrgang 1952, Leiter des Umweltbüro
Schotten, Promovierter Dipl. Troph. mit Fachrichtung
Biochemie/Toxikologie; Tätigkeit in der ökologischen Bildungsarbeit seit
1984; Arbeit auf dem Gebiet "Regenwassernutzung/Versickerung"
seit 1988, Arbeit auf dem Gebiet "Ökologische Wasserwirtschaft"
seit 1990, Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Fulda im Projekt
"Wasser"; ständiger Referent des "Schulungszentrum
Regenwassernutzung" in Kefenrod. |

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